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ein Roman von Marko
Ackermann

Ein weiteres
Mal machen sich die tapferen Krieger aus den Landen Elt auf, ihrem
Schicksal zu trotzen. Noch einmal müssen sie sich dem Bösen stellen.
Stellen sich dem, der alles in tiefen und undurchdringlichen Nebel des
Vergessens zu hüllen versucht. So ziehen die Krieger von Elt und deren
Getreue noch einmal mehr in eine Schlacht, die alles von ihnen
abverlangen wird. Vertrauen und Mut stellen sich noch ein letztes Mal
gegen Verrat und grenzenlose Niedertracht. Einmal konnten Devian und
Corvina die Mächte der Dunkelheit bezwingen. Doch wird ihnen dies noch
einmal gelingen? Nicht immer vermag das Gute über das Böse zu Siegen,
und Freunde wandeln sich zu erbitterten Feinden, wie auch Feinde
plötzlich zu Verbündeten werden können. Tauchen Sie ein in eine Welt
voller Mystik und Fantasy, dunkler Geheimnisse und wahrer Helden.
Illustrationen zum Buchprojekt


Hier eine kleine
Leseprobe aus "Devian & Corvina - Feuer von Azmaeh"
Einsam und ruhig spiegelte sich der Schatten des Schiffes in der heißen
Stille eines weiteren sonnigen Sommertages auf dem Meer. Lediglich ein
paar Vögel durchbrachen die Stille mit dem gleichmäßigen Schlagen ihrer
Flügel. Kein Hauch eines Lüftchens, kein noch so kleines Wölkchen am
Himmel wollte so richtig die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr in die
Heimat aufkeimen lassen. Devian und Corvina waren vor Wochen aus dem
Hafen Finian Skalaeths ausgelaufen, nachdem sie der alte und weise König
Finian miteinander vermählte, und Devian zum König der Lande Wormok
gekrönt wurde. Von nun an sollten er und seine wunderschöne Gemahlin das
Land einen und regieren. Nachdem eltische Krieger, vereint mit Männern
und Frauen aus Kenath und Finian Skalaeth, die grausamen Heerscharen
Anaids wieder in die dunkelsten Gefilde der Unterwelt zurückgetrieben
hatten, gedachte Devian mit seiner schönen Gemahlin erst einmal an den
königlichen Hof seines Vaters zurückkehren. Trotz des Sieges über König
Anaid würde es eine schwermütige Heimkehr werden. Wie auch sollte er
seinem Vater möglichst schonend beibringen, dass sein älterer Bruder
Udor durch die Hand zweier Verräter aus den eigenen Reihen sein Leben
lassen musste? Akkila aus dem Clan Itharrs, und einer seiner Getreuen,
stürzten Udor im Gebirge Moradhs zu Tode, als sich dieser dem
verräterischen Treiben Akkilas mutig entgegenstellte, und diesem ein
jähes Ende setzen wollte.
Nachdenklich blickte Devian auf die weite Ferne des ruhigen Meeres,
während Corvina zärtlich seine Hand in die ihrige nahm, und ihrem
geliebten Devian in paar tröstende Worte zuflüsterte. Die Freude über
Devians Heimkehr würde den Schmerz über den Verlust seines älteren
Sohnes zwar nicht gänzlich vertreiben, jedoch hatte Udor als Held an der
Tafel seiner Ahnen Platz genommen, was den schmerzlichen Verlust
zumindest ansatzweise zu lindern vermochte. Akkila hatte jedoch mit
seinem schweren Verrat an der Königsfamilie zu Eltisch Wall weit
größeren Schaden angerichtet, als man zunächst zu glauben vermochte. Die Familie um König Midas zu Elt waren die letzten Nachkommen des
Devinus. Des Mannes, der damals die kriegerischen Söldner Anaids in das
angrenzende Gebirge, und damit in die totale Vernichtung trieb. Udor
hatte unverheiratet und ohne Erben zu hinterlassen an der Tafel der
Ahnen seinen Platz eingenommen. So fiel die Thronfolge mit dem Tod Udors
automatisch an Devian, welcher jedoch selbst noch keinen Erben vorweisen
konnte. König Midas jedoch war alt, und würde seinen Verpflichtungen
nicht mehr lange nachkommen können. Devian wäre dann rechtmäßiger
Thronfolger von Elt, stünde jedoch mit seinem Reich auf wackligem Boden,
wenn er nicht bald königliche Nachkommenschaft vorzuweisen hätte. Was
jedoch würde geschehen, wenn die königliche Thronfolge des Familienclans
abreißen würde? Was, wenn Devian ohne Nachkommen bliebe, oder gar im
Kampf fallen würde? Die Nachkommen aus dem Clan Itharr, welchem auch Akkila angehörte,
würden die Führungsrolle in den Landen Elts an sich reißen. Eine
kriegstreiberische Meute, die nur darauf aus ist Unfrieden zu stiften,
Streit mit den Nachbarclans anzufangen, und deren die königliche Familie
schon seit je her ein Dorn im Auge ward. Schon seit der Zeit des Großen
Devinus waren beide Clans zerstritten. Die Getreuen um Clanführer Itharr
waren sich damals allesamt einig, sich mit den heranziehenden Horden
König Anaids zu verbünden, was jedoch die völlige Unterwerfung aller
Clans aus den Landen Elt bedeutet hätte. Dem konnte und wollte sich
Devinus jedoch nicht beugen. Also rief er zum geschlossenen Kampf gegen
König Anaid und seine Mannen auf. Und die Clans wandten sich von Itharr
ab und folgten ihm, so wie sie bis heute auch seinen Nachkommen, und
wiederum deren Nachkommen folgten. Doch nun lagen sie wegen der anhaltenden Flaute mit Mann und Schiff
schon seit unzähligen Tagen in der Bucht dieser kleinen bewaldeten Insel
fest. Durchaus schön anzusehen, jedoch den Reisenden völlig unbekannt
und auf keiner Karte verzeichnet. Sollten sie wieder einmal vom Kurs
abgekommen sein? Lamaneus wählte absichtlich den direkten Weg über das
Meer, und nicht wie sonst üblich den Weg am Rande der Küste entlang. Zu
groß wäre die Gefahr, dass die herbstlichen Stürme das Schiff gegen die
Klippen von Madarah treiben würden. Noch ein Schiff wollte man nun
wirklich nicht verlieren, und außerdem würde man auf dem direkten Weg
einige Tage schneller die Küste von Eltisch Wall erreichen. Leider schien die Rechnung nicht ganz aufzugehen, da kein raues Lüftchen
in die Segel blies. Nein, nicht einmal ein laues Lüftchen vermochte die
Falten aus den Segeln zu wehen. Zu dumm, dass sie nicht mit einem ihrer
eigenen Schiffe die Reise angetreten hatten. Mit den seitlichen Rudern
würden sie nun zumindest langsam vorwärts kommen. Da jedoch die
eltischen Schiffe nicht so viele Männer tragen konnten, entschied man
sich zu Beginn der Reise für eines dieser viel größeren Handelsschiffe
König Finians. Wohl über hundertzwanzig Fuß lang, und sicher auch mehr
als vierzig Fuß breit musste das Schiff wohl sein. Im Gegensatz zu den
eher bescheidenen Schiffen der Elts, welche auf Grund ihrer kompakteren
Bauweise aber viel schneller waren als jeder andere ihnen bekannte
Schiffstyp auf den Meeren. Nun gut, es würde ihnen dennoch nichts
anderes übrig bleiben, als auf einen guten Wind zu warten, welcher sie
wieder hinaus auf das offene Meer tragen würde. Langsam aber wurden die
Vorräte knapp, und auch frisches Wasser schien zur Mangelware zu werden.
Hinzu kam, dass eines Tages von der Insel her große vogelartige Wesen
das Schiffsdeck belagerten. So groß und gewaltig wie ausgewachsene
Elchkühe, dennoch ungewöhnlich gewand im Flug. Farbenfroh in rot und
bläulich schimmernden Federgewand, mit einem riesigen scharfen Schnabel.
So scharf und kraftvoll, dass sie glatt Löcher in die Planken stießen,
wenn sie nach jeder Bewegung pickten. Es hatte schon fast etwas
Vertrautes wenn sie kamen, und nach ihrer kleinen Mahlzeit wieder in den
Weiten des Himmels verschwanden. Einige der Männer glaubten sogar fühlen
zu können, dass diese vogelartigen Wesen mit ihnen zu kommunizieren
versuchten. So als suchten sie geradezu die Nähe der Menschen. Hatten
die Männer aus Elt doch solch eigenartig Federvieh in ihrem Leben noch
nie gesehen. Doch auch Corvina und Alana vermochten nicht mehr zu
wissen, als jenes, was die anderen auch wussten. Nichts! Auch sie sahen
diese Tiere das erste Mal in ihrem Leben. Noch schienen sie friedlich zu
sein, und verschwanden so bald sie ein paar Stücke Pökelfleisch oder
Fisch erhalten hatten. Doch würden den Männern das Fleisch und der Fisch
bald ausgehen. Und was würde dann geschehen? Tag um Tag wurden die
Männer ratloser. Kein Wind zog auf, Proviant und Wasser begannen knapp
zu werden, und es schien keine andere Möglichkeit zu geben, als mit dem
kleinen Beiboot hinüber zur Insel zu fahren, um sich dort wieder mit den
notwendigsten Nahrungsmitteln einzudecken. Der Himmel war blau und das
Meer ruhig. Die Männer ließen auf Anweisung ihres Heerführers das
Beiboot zu Wasser, und begannen es mit allerlei leeren Körben und
Fässern, sowie etliches an Waffen für die Jagd zu beladen. Hoffentlich
würden ihnen diese Riesenvögel nicht zu nahe kommen, denn ob man
vermochte gegen diese mit Speer, Schwert oder Bogen etwas auszurichten,
schien zweifelhaft…
© 2006
Marko Ackermann
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